Toxikologie
Allgemeines
In unserer toxikologischen Abteilung werden vor allem Bestimmungen von toxischen Metallen, Arzneimittelspiegeln, physiologischen Stoffwechselprodukten sowie von Drogen durchgeführt. Außerdem bestimmen wir mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC) die Konzentrationen einer Reihe verschiedener Vitamine.
Neben den unten aufgeführten Allgemeinen Informationen zum Therapeutic Drug monitoring haben wir weitere Informationen zu den von uns eingesetzten Techniken auf den Seiten der Methoden der Toxikologie beschrieben. Zusätzlich haben wir Ihnen einige relevante Informationen zum Drogenscreening – insbesondere Orientierungshilfen zu den Nachweiszeiten von Drogen in den verschiedenen Probenarten – übersichtlich zusammengefasst.
Bei weitergehenden Fragen können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden.
Therapeutic drug monitoring (TDM)
Ein TDM sollte vor allem erfolgen bei Medikamenten mit folgenden Eigenschaften:
- Rgefährliche Toxizität
- Rsteile Dosis-Wirkungskurve
- Renger therapeutischer Bereich
- Rrelevante interindividuelle Unterschiede in der Pharmakokinetik
- Rnicht-lineare Pharmakokinetik
- Rstark variierendem Firstpass-Effekt
Außerdem sollte eine Wirkstoffspiegelbestimmung erfolgen bei:
- RV.a. Überdosierung
- RAusbleiben des gewünschten therapeutischen Effekts
- Rbekanntem genetischen Polymorphismus mit Einfluss auf die Absorption und den Metabolismus des Arzneimittels
- Rfraglicher Compliance
- Ranhaltende unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Auch bei dem Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen im Rahmen einer Polypharmazie kann eine Wirkstoffspiegelbestimmung der verabreichten Medikamente sinnvoll sein. Zusätzlich kann beispielsweise mittels des Drug Interaction Checkers auf eine mögliche Arzneimittelinteraktion geprüft werden.
Da viele verschiedene Faktoren die Wirkung einer verordneten Medikamtendosis beeinflussen können sollte die Interpretation des Wirkstoffspiegels nicht alleine unter Berücksichtigung des therapeutischen Bereichs erfolgen. Zusätzlich sollten der Zeitpunkt der Probengewinnung, die Form der Dosierung, die Konzentration etwaiger aktiver Metaboliten sowie das klinische Bild des Patienten in die Gesamtbewertung einfließen.
Zeitpunkt der Blutentnahme
Die Blutentnahme sollte stets im steady-state erfolgen. Hierzu muss mit einer gleichbleibenden Dosis über die Dauer von mindestens vier Halbwertszeiten des Wirkstoffes therapiert worden sein.
Je nach Fragestellung erfolgt die Blutentnahme dann zum Zeitpunkt der maximalen Serumkonzentration oder unmittelbar vor der Gabe der nächsten Einzeldosis (minimale Serumkonzentration).
Literaturverweise:
Piontek et al.: DEUTSCHLAND Bericht 2017 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD. Zuletzt abgerufen am 19. Oktober 2019.
Mögliche Ursachen für Wirkstoffkonzentrationen außerhalb des therapeutischen Bereiches:
- fehlerhafte Dosierung
- Malabsorption
- Arzneimittelinteraktionen
- unzureichende Bioverfügbarkeit
- fehlende Compliance
- Nieren- oder Lebererkrankungen
- Konzentrationsänderungen von Serumproteinen
- genetische Polymorphismen mit Einfluss auf den Metabolismus (z.B. CYP2D6, CYP2C9, UGT1A1)