HLA-B27

Allgemeines

HLA-B27 ist eine Variante des humanen Leukozyten Antigens B. Diese Eiweißmoleküle werden auch „Major Histocompatibility-(MHC-) Proteine der Klasse I genannt und werden auf allen kernhaltigen humanen Zellen exprimiert. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Immunabwehr des Körpers, da sie in der Lage sind spezialisierten T-Lymphozyten kurze Proteinfragmente auf der Zelloberfläche zu präsentieren.

  • REs sind über 1000 verschiedene Subtypen des HLA-B Allels bekannt, von denen allein etwa 50 dem HLA-B27 zugeordnet werden können.
  • REtwa 6-8 % der Westeuropäer sind Träger des HLA-B27 Allels, welches mit einer Reihe von Autoimmunerkrankungen assoziiert ist.
  • RBeispielsweise lässt sich bei 95 % der Personen mit einem Morbus Bechterew das HLA-B27 Allel nachweisen, was jedoch nicht bedeutet das HLA-B27-Träger zwangsläufig erkranken müssen.
Erkrankung HLA-B27 positiv Relatives Erkrankungsrisiko
Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) 95 % 87fach
Morbus Reiter 85 % 37fach
Psoriasisarthropathie mit Sakroiliitis 60 % 4fach
Reaktive Arthritis nach Infektion 60-95 % (Erregerabhängig) 14-18fach
Akute Uveitis anterior 50 % 10fach
Juvenile idiopathische Arthritis 75 % 3fach

Indikationen

  • RDifferenzialdiagnostik von Autoimmunerkrankungen
  • RVerdacht auf eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises
  • RErkennung von Frühformen und atypischen Verläufen des M. Bechterew
  • RAkute Uveitis

Untersuchungsverfahren

Das Testprinzip beruht auf der Amplifizierung und anschließender Hybridisierung der isolierten DNA mit hochspezifischen Sonden und unterliegt damit dem Gendiagnostikgesetz.
Daher benötigen wir eine Einwilligungserklärung für molekulargenetische Untersuchungen, die vom Patienten und vom behandelnden Arzt unterschrieben wurde.

Untersuchungsmaterial

Für die Untersuchung wird ein Röhrchen EDTA-Blut benötigt.

Abrechnung

Die Bestimmung von HLA-B27 ist als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und für Privatpatienten verfügbar. Für Selbstzahler ergeben sich Kosten von 99,09 €.