Allergologie
Zuverlässiger Nachweis IgE-vermittelter Allergien
Die Resultate werden gemäß WHO-Standards in Allergenklassen (CAP-Klassen 0–6) eingeteilt, was die Befundinterpretation erleichtert.
Für eine sinnvolle allergologische Labordiagnostik sollte stets die klinische Anamnese richtungsweisend sein. Ein erhöhtes Gesamt-IgE allein ist weder sensitiv noch spezifisch genug, um Allergien sicher zu diagnostizieren oder auszuschließen, daher eignet es sich nicht als genereller Suchtest. Stattdessen wird bei begründetem Verdacht gezielt die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper gegen die in Frage kommenden Allergene empfohlen. Ein positives spezifisches IgE-Testergebnis zeigt eine Sensibilisierung des Patienten an, muss aber in jedem Fall mit der Symptomatik des jeweiligen Patienten korreliert werden.
Der Goldstandard zum Beweis einer klinisch relevanten allergischen Reaktion ist nach wie vor der kontrollierte Provokationstest am Patienten. Labortests wie der IgE-Nachweis können jedoch wichtige Vorarbeit leisten und ermöglichen es, mögliche Auslöser einzugrenzen oder einen Allergieverdacht gezielt auszuschließen.
BAT: Sicherer Labortest bei unklaren Allergieauslösern
Sollten Sie ein vermutetes Allergen nicht in unserer unten aufgeführten Liste finden, besteht die Möglichkeit mittels eines sog. Basophilen Degranulationstestes (BAT) individuell mit dem Untersuchungsmaterial eingeschickte Allergene (z. B. Medikamente) zu untersuchen. Der BAT dient dem Nachweis einer Typ-I-Allergie im Labor, indem das Patientenblut mit dem verdächtigen Allergen inkubiert wird. Als Endpunkt der allergischen Reaktionskaskade wird die Aktivierung der basophilen Granulozyten erfasst, inklusive der Freisetzung von Histamin und der Expression von Aktivierungsmarkern.
Diese können anschließend mittels Untersuchungsmethoden der Durchflusszytometrie nachgewiesen werden. Damit ähnelt der BAT funktionell einem Haut- oder Provokationstest, hat jedoch den großen Vorteil, dass kein Risiko für den Patienten besteht – insbesondere wird die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks vermieden. Außerdem können mit dem BAT nicht nur klassische IgE-vermittelte Reaktionen, sondern auch Pseudoallergien (IgE-unabhängige Sofortreaktionen) erkannt werden, wie sie z.B. durch einige Medikamente oder Nahrungsmittelzusatzstoffe ausgelöst werden.
Die Sensitivität des BAT ist zwar begrenzt (ca. 40 – 60 %), doch im Falle eines positiven Ergebnisses ist die Aussage sehr zuverlässig (Spezifität > 90 %). Ein negativer BAT schließt eine Allergie also nicht sicher aus, kann aber einen zusätzlichen Hinweis liefern, insbesondere wenn andere Tests unauffällig waren. Idealerweise sollte der BAT frühestens etwa vier Wochen nach einem allergischen Ereignis und spätestens innerhalb von sechs Monaten danach durchgeführt werden, da unmittelbar nach einer schweren Reaktion die Basophilen vorübergehend weniger reaktiv sein können.
Die BAT-Untersuchung führen montags bis donnerstags in unserem Labor in Bochum durch. Weitere Hinweise zur Präanalytik sowie dem erforderlichen Probenmaterial entnehmen Sie bitte unserem Leistungsverzeichnis.