Chlamydien-Infektionen
Chlamydien
- RChlamydia trachomatis, dessen unterschiedliche Serotypen eine Vielzahl von Erkrankungen hervorrufen können.
- RChlamydia psittaci, der Erreger der Ornithose (Papageienkrankheit), die in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragbar ist und in ihrer Erscheinungsform einer schweren Lungenentzündung ähnelt.
- RChlamydia pneumoniae, ein häufiger und weit verbreiteter Verursacher respiratorischer Infektionen.
C. trachomatis mit den Serotypen D-K gehören weltweit zu den häufigsten Erregern sexuell übertragbarer Infektionen.
- RSie lösen oft symptomlose lokale Infektionen des Urogenitaltrakts wie Urethritis, Zervizitis, Prostatitis und Epididymitis aus. Durch Keimaszension kann es bei Frauen auch zu einer Endometritis und Salpingitis kommen, mit Sterilität als Spätfolge. Entsprechend der sexuellen Gewohnheiten des Patienten kann sich die Infektion außerdem als Konjunktivitis, Proktitis oder Pharyngitis äußern.
- RIm Verlauf einer Geburt können sich auch Neugeborene durch infizierte Mütter anstecken und eine Konjuktivitis, seltener eine Otitis media oder durch Aspiration infektiösen Vaginalsekrets eine schwere Pneumonie ausprägen. Auch besteht der Verdacht, dass Chlamydieninfektionen während der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten, vorzeitigen Blasensprung, kindliches Untergewicht und andere Schwangerschaftskomplikationen erhöhen.
- RBei einem positiven Befund sollten alle Sexualpartner der letzten 60 Tage untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden um eine Reinfektion zu verhindern. Therapeutika der ersten Wahl bei Chlamydien-Infektionen von schwangeren Frauen ist Azithromycin (p.o.) oder Erythromycin Ethylsuccinat. Kontraindiziert in der Schwangerschaft sind Doxycyclin, Ofloxacin, Levofloxacin und Erythromycin Estolat. Bei nicht schwangeren Frauen und Männern ist das Therapeutikum der ersten Wahl Doxycyclin oder Azithromycin.
DSTIG – Link veraltet
Indikationen und diagnostisches Vorgehen
C. trachomatis
Erregernachweis:
Bei Verdacht auf eine akute Infektion ist der Direktnachweis mittels NAT oder Enzym-Immuno-Assay (EIA) möglich, wobei der NAT-Test zuverlässiger ist. Aus diesem Grund ist auch seit dem Jahr 2009 in den Mutterschaftrichtlinien und den Richtlinien zur Empfängnisregelung des gemeinsamen Bundesausschuss der NAT-Test vorgeschrieben. In diesen Fällen ist der NAT-Test bei Kassenpatienten 1 x jährlich an gepoolten Urin-Proben möglich.
Antikörpernachweis (EIA):
Antikörper gegen C.trachomatis werden erst 6 bis 8 Wochen nach einer Infektion messbar. Sie eignen sich also nicht um eine akute Infektion nachzuweisen, können jedoch hilfreich sein um die Spätfolgen einer Chlamydieninfektion, wie z.B. Sterilität, differenzialdiagnostisch abzusichern.
Untersuchungsmaterial
Aptima® Urinröhrchen oder Aptima® Abstrichröhrchen (siehe auch Röhrchen und Gefäße)
Studienergebnisse
Abrechnung
- Der Chlamydien-PCR-Test ist seit dem Jahr 2009 als Screeninguntersuchung bei Schwangeren, bei Frauen unter 25 und im Rahmen der Empfängnisregelung oder des Schwangerschaftsabbruchs als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen einmal im Krankheitsfall an gepoolten Urin-Proben abrechenbar.
- Bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion wird der PCR-Einzeltest einmal im Behandlungsfall von den Krankenkassen übernommen.
- Für Selbstzahler ergibt sich für den DNA-Nachweis von Chlamydien ein Preis von 99,09€. Wird der Chlamydien-Direktnachweis zusammen mit dem Gonokokken-Direktnachweis angefordert, entstehen Kosten von 145,72 €.